Schwindel – ein Warnsignal, das ernst genommen werden will

Mehr als 30 Prozent der Bundesbürger kennen das Gefühl: plötzlich tritt ein Schwindelgefühl auf, das in extremen Fällen auch von Übelkeit oder Erbrechen begleitet wird. Im Alter wird dieses Phänomen noch häufiger. Bei Senioren über 75 Jahren ist schon über die Hälfte der Menschen betroffen. Wie kommt es dazu?

Das menschliche Kreislaufsystem ähnelt einem Hochleistungscomputer. Über ein ausgeklügeltes Fühlersystem in den einzelnen Muskeln, Sehnen und Gelenken sowie über die Augen und das Gleichgewichtsorgan laufen verschiedene Informationen in der Schaltzentrale im Stammhirn ein. So können die Bewegungen im Raum überwacht und gesteuert werden.

Das Gleichgewichtsorgan kann sowohl waagerechte als auch senkrechte Bewegungen wahrnehmen und reagiert auch auf Körperbeschleunigungen, wie beispielsweise einer Karussellfahrt, und meldet diese an das Kleinhirn. Dort werden unbewusst die Muskulatur, die Motorik sowie die Körperhaltung gesteuert. In der Großhirnrinde gelangen die Bewegungen dann in unser Bewusstsein vor.

Das Kontrollzentrum im Stammhirn muss immer über einen optimalen Blutdruck, eine gute Sauerstoffversorgung sowie einen funktionierenden Stoffwechsel ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Sobald auch nur eine einzige Funktion in diesem sensiblen System gestört ist, regiert das Gleichgewichtsorgan, das seinen Sitz im Innenohr hat, mit dem Warnsignal eines Schwindelgefühls.

Da es in dem komplizierten Miteinander viele Systemkomponenten gibt, gleicht die Suche nach der Ursache einem Detektivspiel und erfordert häufig einen Arztbesuch. Die Störung kann im Gleichgewichtsorgan selbst liegen, in einer unzureichenden Verarbeitung im Gehirn oder aber auch im allgemeinen Stoffwechsel des Körpers. Hier ist vor allem der Blutdruck, eine Herzschwäche oder auch der Herzrhythmus zu beachten.

Einige Arzneistoffe können als unerwünschte Wirkung Schwindel hervorrufen, die mit der Hauptwirkung der Arzneistoffe zusammenhängen. Betablocker werden eingesetzt, um den Blutdruck zu senken. Gerade zu Beginn einer Behandlung können sie den Blutdruck so stark senken, dass es beim Aufstehen oder beim Bücken zu Schwindel kommt. Auch die dämpfende Wirkung von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln können zu Schwindelgefühlen führen. Bestimmte Wirkstoffe wie einzelne Antibiotika oder Chemotherapeutika beeinflussen das Gleichgewichtsorgan direkt.

Vom sogenannten „vestibulären Schwindel“ sprechen wir bei einer Erkrankung im Bereich des Gleichgewichtsorgans. Diese Schwindelformen können besonders ausgeprägt sein, obwohl sie oftmals nicht unmittelbar lebensbedrohend sind. Zur häufigsten Form gehört der vorübergehende Lagerungsschwindel, der gerade im Alter ab 60 oft auftritt. Beim Drehen im Bett oder beim Bücken tritt ein heftiger Schwindelanfall auf, der durch den Arzt in einem „Befreiungsmanöver“ wieder gelöst werden kann. 
Schwindel tritt auch auf, wenn der Gleichgewichtsnerv selbst aufgrund einer Infektion oder einer Durchblutungsstörung entzündet ist. Sobald nach ein paar Tagen die Entzündung abgeklungen ist, bessert sich auch der Schwindel wieder.

Oftmals geht mit einer verbesserten Durchblutung eine Besserung der Beschwerden einher. Seit vielen Jahren wird hier der Extrakt von Gingkoblättern eingesetzt.

Mein persönlicher Tipp:

Die homöopathischen Zubereitungen von Ambra, Kokkelskörnern, Schierling und Steinöl zeigen auch sehr gute Erfolge bei Schwindelgefühlen.