Mittelohrentzündung bei Kindern

Mütter kennen das Szenario: Plötzlich klagt ein Kind über heftige Ohrenschmerzen, weint viel und fasst sich immer wieder ans Ohr. Bei Erwachsenen werden Ohrenschmerzen durch Entzündungen oftmals durch Entzündungen des Außenohrs, der Hirnnerven oder durch Kiefergelenkserkrankungen ausgelöst. Bei Kindern ist die Ursache jedoch meist bei einer Mittelohrentzündung zu suchen.

Rein statistisch betrachtet hat bereits jedes Schulkind diese Erkrankung schon einmal durchlebt. Manche Kinder sind jedoch viel häufiger betroffen als andere. Das liegt am engen Bau des kindlichen Ohrs. Gerade bei Kleinkindern findet sich sehr wenig Platz im Mittelohr und in den Nebenräumen im Knochen hinter dem Ohr. Außerdem ist die Ohrtrompete, welche die im Ohr befindliche Paukenhöhle mit dem Nasen-Rachen-Raum verbindet, bei Kindern noch sehr kurz. Somit können Bakterien über diesen Weg im Anschluss an eine Erkältung leicht in die Paukenhöhle gelangen und dort eine Infektion auslösen. Die Paukenhöhle sorgt für den Druckausgleich und für die Belüftung zwischen Ohr und Nase.

Bei der Infektion, die einer Mittelohrentzündung zugrunde liegt, schwillt im Zuge der Immunantwort die Schleimhaut im Mittelohr an. Es kommt zu stechenden oder klopfenden Ohrenschmerzen, zu Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Manchmal kann man auch eine Rötung der Ohrmuschel beobachtet werden. Der enge Bau des Ohrs ist nun der Knackpunkt: die kindliche Ohrtrompete wird durch die Entzündung so stark verengt, dass Entzündungsflüssigkeit nicht mehr abfließen kann und im weiteren Verlauf das Trommelfell aufplatzen kann, um die Flüssigkeit austreten zu lassen. Dadurch bessern sich zwar die Ohrenschmerzen schlagartig, das Hörvermögen kann jedoch dauerhafte Schäden davontragen. Daher ist eine schnelle und gründliche Behandlung unbedingt anzustreben.

Der Arzt kann die Entzündung durch einen Blick ins Ohr sofort diagnostizieren. Er verordnet entweder ein Antibiotikum, das sofort eingenommen wird oder – je nach Schwere der Symptome – erst dann, wenn innerhalb von 72 Stunden noch keine Besserung eingetreten ist. In der Regel tritt eine deutliche Linderung schon 24 Stunden nach der ersten Antibiotikagabe ein.

Zur Linderung der Schmerzen und zur Senkung des Fiebers empfiehlt sich die Einnahme eines schmerz- und fiebersenkenden Arzneimittels. Bei Kindern greift man auf die bewährten Wirkstoffe Ibuprofen oder Paracetamol zurück, die als Saft oder auch Zäpfchen angewendet werden. Nasentropfen oder Nasensprays lassen die geschwollene Schleimhaut abschwellen und sind daher sehr sinnvoll. Sie werden drei- bis viermal täglich in beide Nasenlöcher eingetropft. Ohrentropfen dagegen sind kritisch zu betrachten, vor allem wenn das Trommelfell nicht mehr intakt ist.

Oftmals stehen Mütter der Gabe eines Antibiotikums kritisch gegenüber, weil auch die nützlichen Keime der natürlichen Darmflora abgetötet werden. Diese hilfreichen Keime können mittlerweile nach Abschluss der Antibiotikagabe als Pulver in Wasser eingenommen werden und sorgen dafür, dass das Antibiotikum besser vertragen wird.

Mein persönlicher Tipp:
Homöopathische Arzneimittel unterstützen die schnelle Heilung. Gerade Pulsatilla D6, Beladonna D6, oder Ferrum phosph. D6 werden traditionell als Globuli gegeben.