Masern – harmlose Kinderkrankheit oder ernstzunehmende Erkrankung?

Fast die Hälfte aller Masernkranken hat das Alter von 20 Jahren schon überschritten. Weltweit führten die Masern lange die Statistik der Todesursachen bei Kleinkindern unter fünf Jahren an. Am Beispiel der Masern zeigt sich der Erfolg einer konsequenten Impfstrategie: im Jahre 1980 wurden weltweit 2,6 Millionen Todesfälle aufgrund von Masern registriert. Nach der Einführung von Massenimpfkampagnen konnte die Zahl der Maserntodesfälle auf 158.000 im Jahr 2011 gesenkt werden.

Die Masernviren haben sich eine geniale Verbreitungsstrategie zu Eigen gemacht: Schon kleinste Tröpfchen reichen aus, um sich anzustecken. Sogar die Tröpfchenmengen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen in die Umwelt abgegeben werden, sind ansteckend. Fast 95 % aller Menschen stecken sich an – es sei denn, sie haben die Masern schon selbst einmal durchlebt oder sie besitzen einen Impfschutz.

Wie verläuft die Erkrankung? 
Vom Tag der Ansteckung bis zu den ersten Krankheitszeichen dauert es 8-10 Tage. Die Krankheit beginnt mit Symptomen wie Fieber, Augenreizungen, Schnupfen, Husten und Rötungen im Hals. Beschrieben werden kann dies mit den Worten „verrotzt, verheult und verschwollen“. Alle diese Symptome zeigen, wie raffiniert die Strategie der Masernerreger ist: Es werden Tröpfchen in großem Maße gebildet, über die sich die Erreger wunderbar auf weitere Personen ausbreiten kann. Sogar benutze Taschentücher begünstigen die Verbreitung der Erreger.

Nur bei Masern sind auf der Mundschleimhaut weiße, kalkspritzerartig aussehende Flecken festzustellen. Rund zwei Wochen nach der Ansteckung bildet sich der typische Hautausschlag. Er beginnt im Gesicht und hinter den Ohren und breitet sich danach über den ganzen Körper aus. Es kommt zu bräunlich-rosafarbenen Flecken, die zusammenfließen. Nach einer weiteren Woche schuppen sie sich, das Fieber geht zurück und der Körper behält eine lebenslange Immunität.

Die Therapie kann nur die Symptome lindern. Eine Behandlung der Ursache, mit der die Masernviren abgetötet werden, gibt es nicht. Eine Impfung, die in Deutschland vom Robert-Koch-Institut empfohlen ist und normalerweise schon im Kleinkindalter durchgeführt wird, kann dagegen vor der Krankheit schützen.

Was macht die Masern nun so gefährlich? Die Erkrankung schwächt für ca. 6 Wochen das Immunsystem so stark, dass es zu bakteriellen Superinfektionen kommt, die den Organismus schwer in Mitleidenschaft ziehen. In einem von Tausend Fällen wird auch das Gehirn befallen, was zu einer Gehirnentzündung mit fatalen Folgen führt. In diesem Zusammenhang kommt es zu schweren Hirnschädigungen, Koma oder gar zum Tode. 

In Süd- und Nordamerika ist es gelungen, die Masern komplett auszurotten. In Deutschland kommt es aufgrund großer Impflücken immer wieder zu Krankheitswellen. Das Risiko, bei einem schweren Krankheitsverlauf bleibende Schäden zu erleiden, ist deutlich höher einzuschätzen als die Durchführung einer Impfung. Wie so oft, verläuft die Krankheit im Erwachsenenalter schwerer als im Kindesalter.

Mein persönlicher Tipp:
Wir sollten regelmäßig unseren kompletten Impfschutz beim Hausarzt überprüfen lassen.