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Tuberkulose, eine wichtige Infektionskrankheit

Tuberkulose, eine wichtige Infektionskrankheit

Bakterien

Infektionskrankheiten

In unserer westlichen Welt könnte man den Eindruck bekommen, dass Tuberkulose eine Erkrankung der Vergangenheit geworden ist. Die Krankheit ist auch unter den Bezeichnungen „Schwindsucht“ oder „weiße Pest“ bekannt.

Woher kommt die Tuberkulose?

Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch verschiedene Arten von Mykobakterien verursacht wird. Im Jahre 1882 wurde der Erreger erstmalig durch Robert Koch entdeckt. Die Infektion erfolgt überwiegend auf dem Luftweg von einem Menschen zum anderen durch erregerhaltige Tröpfchen. In den meisten Fällen wird die Lunge befallen, in seltenen Fällen auch andere Organe.

 

Verbreitung der Tuberkulose

Neben AIDS und Malaria zählt die Tuberkulose zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung ist damit infiziert. Wirklich behandlungsbedürftig sind jedoch nur 5-10 % der infizierten Personen. Beim Rest verläuft die Erkrankung ohne weitergehende Symptome. Besonders gefährdet sind Personen mit einem geschwächten Immunsystem, wie beispielsweise HIV-positive Personen.

 

Tuberkulose in Zahlen

Die WHO hat im Jahre 2017 weltweit 10 Millionen Menschen mit Tuberkulose erfasst. Etwa 1,2 bis 1,5 Millionen Menschen sind 2017 an der Erkrankung verstorben. In Zeiten von Covid-19 fragen wir uns, warum wir von einer Epidemie solchen Ausmaßes, die so viele Todesopfer fordert, kaum Kenntnis haben. Nun: Tuberkulose ist eine Krankheit der Entwicklungsländer, denn 85 % aller Neuerkrankten leben in Afrika, Südostasien und im westlichen Pazifikraum. In Europa sind lediglich 5 % der Neuerkrankungen zu finden. In Deutschland ist die Krankheit meldepflichtig. Im Jahr 2018 wurden 5.429 Fälle gemeldet. In Dreiviertel der Fälle handelte es sich um eine Lungentuberkulose, davon wiesen wiederum 82 % eine offene Form auf. Diese offene Form ist besonders ansteckend, weil die Krankheitsherde direkte Verbindung zu den Atemwegen haben und daher die Bakterien in besonders starkem Ausmaß in die Atemluft gelangen.

 

Krankheitsverlauf und Diagnose

Etwa 6 bis 8 Wochen nach einer Ansteckung entwickeln sich erste Krankheitssymptome. Man muss in intensivem Kontakt mit einem Erkrankten sein, dass es zur Ansteckung kommt. In Entwicklungsländern geschieht das umso leichter, weil Mangel- und Unterernährung, schlechte hygienische Bedingungen und vor allem eine hohe HIV-Durchseuchung eine Erkrankung deutlich begünstigen. Die Krankheit zeigt sich insbesondere durch einen starken, länger andauernden Husten, der mit blutigem Auswurf und Schmerzen beim Atmen einhergeht. Die Diagnose erfolgt durch Tests, Erregerkulturen und vor allem durch eine Röntgenuntersuchung der Lunge.

 

Behandlung der Tuberkulose

Prinzipiell kann die Krankheit mit Antibiotika sehr gut behandelt werden, auch wenn die Therapie aufwändig und mit 6 Monaten recht langwierig ist. Da die Erreger schnell eine Resistenz gegen einzelne Antibiotika entwickeln, setzt man in den ersten zwei Monaten eine Vierfachkombination ein. Darauf folgt für die nächsten 4 Monate eine Zweifachkombination antibiotischer Wirkstoffe. In den Industrienationen geht von der Tuberkulose aufgrund der verfügbaren Antibiotikatherapie im Rahmen des bestehenden Gesundheitssystems keine große Bedrohung aus. Damit erklärt sich auch das mangelnde Medieninteresse hierzulande an dieser wichtigen Infektionskrankheit. Lediglich durch Zuwanderung von Personen, die aus betroffenen Ländern stammen, wird die Krankheit nach Deutschland eingeschleppt. Um die Verbreitung einzudämmen, erlaubt das Asylgesetz die Untersuchung von Asylsuchenden auf übertragbare Krankheiten einschließlich einer Röntgenaufnahme der Lunge. Damit kann eine schnelle Behandlung eingeleitet werden, die zum Schutz vor Übertragungen in Gemeinschaftsunterkünften wichtig ist.

 

Mein besonderer Tipp:

Auch bei der Tuberkulose wird immer noch an einem sicheren Impfstoff geforscht, weil bislang noch kein idealer Impfstoff verfügbar ist. Neue Impfstoffe befinden sich jedoch in der Erprobung.

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