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Infektionen mit Chlamydien

Infektionen mit Chlamydien

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Infektionen mit Chlamydien (Chlamydia trachomatis) gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Sie verursachen nur selten Beschwerden und sind gut behandelbar. Dies mag sich harmlos anhören, ist es aber nicht. Denn Chlamydien sind die häufigste Ursache für Unfruchtbarkeit bei jungen Frauen.

Was sind eigentlich Chlamydien?
Chlamydien sind sehr alte Bakterien. Sie können sich nur vermehren, nachdem sie eine Wirtszelle im Körper befallen haben. Interessant hierbei ist, dass sie ihr Aussehen vollständig verändern, je nachdem ob sie sich in einer Zelle befinden oder außerhalb. In ihrer nicht-stoffwechselaktiven Form lagern sie sich an Schleimhautzellen der Harnröhre oder der Gebärmutter an und werden in diese Zellen aufgenommen. Jetzt verändern sie sich und werden stoffwechselaktiv, das heißt sie können sich jetzt durch Teilungen vermehren. Übrigens: Bakterien vermehren sich immer dadurch, indem sie sich teilen und aus einem Bakterium zwei neue gleiche Bakterien entstehen. Diese Teilungen laufen so lange ab, bis die Wirtszelle platzt. Die so freigesetzten Bakterien verändern wieder ihr Aussehen und infizieren neue Wirtszellen. Durch diesen Zyklus können sie lange im menschlichen Körper überleben, ohne Symptome zu verursachen.

 

Welche Chlamydien-Arten gibt es?
Der Erreger Chlamydia trachomatis wird nochmals in verschiedene Untergruppen eingeteilt. Bestimmte Untergruppen betreffen deutlich mehr Frauen als Männer. Geschätzt kommt es in Deutschland im Jahr zu 300.000 Neuinfektionen, vor allem sind Frauen im Alter von 15-24 Jahren betroffen. Dies hat mit einem häufigen Wechsel von Sexualpartnern zu tun. Durch die Verwendung von Kondomen kann eine Übertragung recht zuverlässig verhindert werden. Da diese Infektion in der Regel symptomlos verläuft, ist nicht bekannt, wie lange ein Patient den Erreger schon in sich trägt.

 

Unterschiedliche Krankheitsbilder bei Männern und Frauen
Bei Frauen wird meist die Gebärmutterschleimhaut befallen. Manchmal tritt eitriger, stark riechender Ausfluss aus. In der Folge kann der Infekt aufsteigen in die Eileiter und das Bauchfell. Die Erkrankung kann folgenlos ausheilen, im schlimmsten Falle aber auch zu Verengungen und Verklebungen der Eileiter führen. Dies führt dann zu Unfruchtbarkeit. Bei Männern verursacht dieser Infekt Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen sowie einen eitrigen Ausfluss. Die Bakterien können dann aufsteigen in die Prostata und die Nebenhoden, was mit Schmerzen verbunden ist.

 

Vorsicht Schwangerschaft:
Eine Chlamydieninfektion kann von einer erkrankten Schwangeren bei der Geburt auf das Kind übertragen werden. Deshalb werden Schwangere im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen immer auf einen solchen Infekt getestet und gegebenfalls behandelt. Da diese Erkrankung kaum bekannt ist, ist die Nachfrage nach einem Test bei Nicht-Schwangeren sehr gering. Zudem schämen sich viele Menschen, wegen Symptomen einer Geschlechtskrankheit zum Arzt zu gehen – eine völlig unangebrachte Einstellung!

 

Wie sieht ein Test auf Chlamydien aus?
Der Nachweis gelingt bei Frauen durch einen Abstrich des Gebärmutterhalses. Bei Männern geschieht dies durch eine Urinprobe. Zur Therapie werden Antibiotika verwendet. Die erste Wahl ist der Wirkstoff Doxycylin, der zweimal täglich eine Woche lang verabreicht wird. Die Heilungsraten sind dann sehr hoch.

 

Mein persönlicher Tipp:
Kondome verhindern eine Übertragung von Chlamydien ganz zuverlässig. Man sollte bei einer nachgewiesenen Infektion auch immer die Partner testen.

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