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Holunder: Weißer Blütenzauber, schwarze Früchte

Holunder: Weißer Blütenzauber, schwarze Früchte

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ImmunsystemHeilpflanze

Im Volksmund heißt der Holunder auch „Hollerbusch“ und erinnert an das Märchen „Frau Holle“. Sie sitzt in einem Holunderbusch und wenn sie die Betten schüttelt, so schneit es. Der anspruchslose, widerstandsfähige Strauch wird mit einer Größe von bis zu 6 Metern durchaus baumgroß und liebt einen halbschattigen Standort. In naturnahen Gärten darf ein Holunderbusch nicht fehlen, weil er Bienen und Vögeln sowie Schmetterlingen gute Dienste leistet. Wenn wir dem blühenden Holunder begegnen, so steigen uns zwei Duftnoten in die Nase: Zum einen der krautige Duft der Blätter, zum anderen der zart-süße Duft der weißen, schirmförmigen Blütendolden. Sie bestehen aus winzigen, fünfzipfligen Blütensternen, die mit gelbem Blütenstaub gefüllt sind. Die Blütezeit reicht vom Mai bis in den Juni. Dieses Jahr blühen die Holunderbüsche übrigens später als gewöhnlich aufgrund der ausgedehnten Kälteperiode. Außergewöhnlich ist das Innenleben der Zweige: Sie sehen von außen sehr robust aus, lassen sich aber ganz leicht abbrechen, weil das weiße Mark von vielen Luftbläschen durchsetzt ist und an weichen Schaum erinnert. In der Regel bilden Sträucher und Bäume im Inneren festes Kernholz. Das Mark des Holunders löst sich hingegen in fluffigen Schaum auf. So kommt es, dass die Zweige die schweren, dunklen Früchte nicht halten können und diese dann, der Schwerkraft folgend, nach unten hängen. Schon in vorgeschichtlicher Zeit hat man aus den Zweigen Flöten hergestellt, weil sich diese so leicht aushöhlen lassen.

Wofür werden die Holunderblüten in der Heilkunde verwendet?

Die Blüten werden in der Fachsprache als Sambuci flos bezeichnet. Sie wirken schweißtreibend, also fiebersenkend, sie stimulieren das Immunsystem und unterstützen in den Bronchien das Abhusten. Sie werden als Arzneitee bei fieberhaften Erkältungen und Husten eingesetzt. Für die Teezubereitung werden frische Blüten mit kochendem Wasser übergossen und ziehen 5 bis 10 Minuten. Die getrockneten Blüten bilden gerade in Kombination mit Lindenblüten und Thymian einen hervorragenden Erkältungstee, den man bereits fertig in Teebeuteln kaufen kann. Wichtig zu wissen: Nur in Form eines Arzneitees wird sichergestellt, dass die Pflanzen eine gleichbleibende Qualität mit einer ausreichenden Menge an Inhaltsstoffen aufweisen. Der Tee schmeckt also nicht nur, sondern besitzt eine nachgewiesene Heilwirkung – ganz im Gegensatz zu Lebensmitteltees aus dem Supermarkt, die zwar auch Pflanzen enthalten, aber keine Heilwirkung haben. Als Fertigarzneimittel ist der Extrakt von Holunderblüten in Kombination mit anderen Pflanzenextrakten in Sinupret-Dragees enthalten. Dort nutzt man insbesondere die schleimlösende Komponente bei einer Nasennebenhöhlen-Entzündung.

 

Wie wird Holunderblütensirup hergestellt?

Holunderblütensirup ist richtig lecker. Etwa 150 Gramm frische Blüten werden entstielt und mit zwei Litern Wasser versetzt. Diese Mischung kocht man kurz auf und lässt den Ansatz über Nacht stehen. Am Folgetag seiht man die Blüten ab, kocht die Flüssigkeit mit 1,5 kg Zucker und dem Saft einer Zitrone auf und stellt auf diese Weise einen Sirup her. Mit Wasser verdünnt, wird daraus ein schmackhaftes Getränk. Mit einem Schuss Holunderblütensirup zaubert man aus einem Glas Sekt einen feinen Aperitif. 

 

Die schwarzen Holunderbeeren sind kräftige Vitaminspender

Im Herbst verwandeln sich die Blüten in dunkel-schwarze Beeren, während sich die Stängel der Blütendolden rötlich verfärben. Die Früchte sind voller Vitamin B1, B2, Vitamin C und enthalten beachtliche Mengen an Kaliumsalzen und pflanzlichen Radikalfängern. Sie müssen immer ausreichend lange gekocht werden, weil sie in rohem oder ungenügend gekochtem Zustand Übelkeit und Erbrechen auslösen! Möchte man sie direkt verarbeiten, so kann man 10 Gramm frische Früchte mit kaltem Wasser für einige Minuten ansetzen, erhitzt sie langsam und kocht sie für etwa eine Minute auf. Nach ca. 5 Minuten kann man das Wasser abgießen und den Aufguss bei einer fieberhaften Erkältung oder als leichtes Entwässerungsmittel trinken. Holunderbeersaft wird aus frischen Beeren im Dampfentsafter hergestellt. Gerade als Erkältungsmittel wird er am besten warm getrunken. Aus dem Saft kann man auch Gelee als Brotaufstrich herstellen. Übrigens werden die intensiven dunklen Farbstoffe gerne zum Färben von Getränken und Säften eingesetzt. 

 

Mein persönlicher Tipp:

Ganz vorzüglich schmecken frische Holunderblüten, wenn man sie direkt nach dem Ernten in Pfannkuchenteig eintaucht und das Ganze in Fett goldbraun ausbäckt. 
 

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