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Epilepsie - Blitzschlag im Gehirn

Epilepsie - Blitzschlag im Gehirn

Nerven

Mikronährstoffe

Drei bis vier Prozent der Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an Epilepsie. In Deutschland sind etwas mehr als eine halbe Million Menschen davon betroffen. In der Antike man hielt das Leiden für die „heilige Krankheit“, die von den Göttern geschickt wurde. Hippokrates, der griechische Arzt und Lehrer, der im 5. Jahrhundert vor Christus wirkte, erkannte in dem Anfallsgeschehen eine Hirnerkrankung. Seit dieser Zeit versuchte man, die Anfälle auf natürliche Weise zu behandeln, insbesondere durch eine spezielle Ernährung, durch Regulierung der Ausscheidungen und durch Heilgymnastik. Der berühmteste Epileptiker war wohl Julius Cäsar. Im Mittelalter ging dieses Wissen wieder verloren. Man brachte Epilepsie nun in Verbindung mit Geistern, Dämonen oder Hexen. Die Grundpfeiler der Behandlung waren daher Gebete, Fastenübungen, Wallfahrten und Exorzismen. Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts brachte man psychiatrische Patienten in sogenannten Irrenanstalten unter. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts setzte sich die Erkenntnis durch, dass psychiatrische Erkrankungen mit Veränderungen im Gehirn in Zusammenhang stehen. Als erstes antiepileptisches Medikament wurde im Jahre 1912 der Wirkstoff Phenobarbital eingesetzt, mit dem sich die Behandlung der Epilepsie revolutionierte.

Was genau ist denn Epilepsie?

Selbst heute noch hält sich das Vorurteil, Epilepsie sei eine Art Geisteskrankheit. In Wahrheit handelt es sich jedoch um eine anfallsartige Übererregbarkeit von Nervenzellen im Gehirn. Bei einem epileptischen Anfall kommt es zu einer abnormen elektrischen Entladung bestimmter Nervenzellen (Neuronen). Je nachdem, welche Neuronen betroffen sind, treten unterschiedliche Kombinationen aus motorischen, kognitiven und vegetativen Beeinträchtigungen auf. Das bedeutet, dass das Bewusstsein sowie verschiedene Muskeln und Körperfunktionen in unterschiedlichem Ausmaß betroffen sind. 

 

Unterschiedliche Formen eines Anfalls

Es gibt sogenannte „Petit-mal-Anfälle“, die ohne deutlich sichtbare Krämpfe verlaufen. Ist lediglich das Bewusstsein kurzzeitig gestört, so spricht man von einer „Absence“. Gerade im Kindesalter tritt diese Form auf. In ausgeprägten Fällen („Grand-mal-Anfall“) verliert man während eines Anfalls das Bewusstsein und auch jegliche Erinnerung an den Anfall. Von Kribbeln, Lichtblitzen oder Halluzinationen wird ebenfalls berichtet. Besonders auffällig sind die typischen Verkrampfungen und Versteifungen der Muskulatur während eines solchen Anfalls. Das Risiko einer Verletzung durch einen Sturz, aber auch die Störung des vegetativen Nervensystems, kann erheblich sein. Daher ist eine Verminderung der Anfallshäufigkeit bzw. eine Abschwächung absolutes Ziel der Therapie. Jedoch ist ein einzelner Anfall noch keine Epilepsie! Von Epilepsie spricht man erst ab einer bestimmten Häufung der Anfälle. Die Krankheit stellt eine schwere psychische Belastung und Einschränkung des Alltags für die Betroffenen dar, weil ein Anfall nicht vorhersehbar ist. Daher ist Autofahren und das Bedienen von Maschinen nur unter ganz bestimmten Bedingungen möglich. 

 

Wie wird Epilepsie behandelt?

Für Epileptiker gibt es heute eine Auswahl guter Behandlungsmöglichkeiten, sei es medikamentöser oder auch operativer Art. Die eingesetzten Wirkstoffe wirken nur gegen die Symptome und heilen die Krankheit nicht. Die regelmäßige Einnahme ist entscheidend. Regelmäßige Blutbildkontrollen sind begleitend erforderlich. 

 

Welche Auslöser für einen Anfall gibt es?

Die Veranlagung für das Auftreten einer Epilepsie ist erblich. Daneben gibt es Störungen im Gehirnstoffwechsel wie Durchblutungsstörungen, Hirninfarkte, Tumoren, Blutungen oder Entzündungen oder Stauchungen, die Anfälle auslösen können. Bei einem Anfall findet sich ein bioelektrisches Ungleichgewicht zwischen Erregung und Hemmung der Nervenzellen. Die Medikamente beeinflussen die Signalübertragung zwischen den Neuronen im Gehirn. Je nach Wirkstoff werden entweder bremsende Impulse verstärkt, oder anregende Impulse gedrosselt. Hierdurch erklären sich auch die Nebenwirkungen aufgrund der Drosselung anderer Hirnfunktionen. 

 

Was kann man auf natürlichem Wege tun, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen?

Um das bioelektrische Gleichgewicht positiv zu beeinflussen, empfiehlt sich die regelmäßige Einnahme von basischen Mineralien. Ganz wichtig ist die Zufuhr der Omega-3-Fettsäure DHA, die in die Zellwand der Nervenzellen im Gehirn eingebaut wird und damit der Übererregbarkeit entgegenwirkt. Außerdem benötigen die Neuronen eine gute Versorgung mit Vitaminen der B-Gruppe. Diese Kombination ist übrigens auch bei altersbedingten Gedächtnisstörungen, bei ADHS und bei der Vorbeugung stressbedingter Beschwerden sehr vorteilhaft. Damit wird insgesamt die Funktionsfähigkeit des Gehirns ganz natürlich unterstützt.

 

Mein persönlicher Tipp:

Die Nervenzellen im Gehirn werden durch ein Überangebot an Glukose ganz besonders für Überreizungen empfänglich. Vor der Entwicklung der Arzneistoffe wurde Epilepsie durch eine komplette Umstellung der Ernährung behandelt. Diese sogenannte ketogene Ernährung wird auch heute noch in ganz besonderen Fällen für ein bis zwei Jahre durchgeführt, bei der nahezu sämtliche Kohlenhydrate aus der Nahrung gestrichen werden. Gerade bei Kindern hat sich diese Diät bewährt. Aber auch eine kohlenhydratarme Ernährung nach der LOGI-Methode ist empfehlenswert.
 

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