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Die Schilddrüse, unser Energieversorgungsunternehmen

Die Schilddrüse, unser Energieversorgungsunternehmen

Schilddrüse

MikronährstoffeJodSelen

Die Schilddrüse liegt schmetterlingsförmig am Hals. Sie umgibt die Vorderseite der Luftröhre unterhalb des Kehlkopfs. Als Drüse produziert sie Hormone. Sie stellt die beiden Schilddrüsenhormone her: L-Thyroxin (T4) als Vorstufenhormon und das daraus entstehende, aktive Triiodthyronin (T3). Daneben dient sie als Speicherorgan für Jod. Außerdem stellt sie das Hormon Calcitonin her, das den Knochen- und Calciumstoffwechsel beeinflusst.

Was bewirken die Schilddrüsenhormone im Körper?

Vor allem T3 aktiviert viele Stoffwechselvorgänge. Es sorgt für Aktivität und körperliche Leistungsfähigkeit und beeinflusst die Herzfunktion. Außerdem erhöht es den Grundumsatz, indem es den Kalorienverbrauch des Körpers ankurbelt. Die Schilddrüse reguliert nicht nur den Gesamtstoffwechsel des Körpers, sondern auch die Funktionsfähigkeit des Gehirns und der Nervenzellen. Daher wirken sich Schilddrüsenfunktionsstörungen auch immer auf die Gefühlslage und die Psyche des Menschen aus. Ein Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion sind ein hoher Ruhepuls, niedriges Körpergewicht trotz vielen Essens und starke Gefühlsschwankungen. Im Gegensatz dazu deuten Gewichtszunahme, Müdigkeit und allgemeine Antriebslosigkeit auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin.

Bei einer Erkrankung der Schilddrüse kommt es zur Überproduktion oder zu einer verminderten Produktion der Hormone T3 und T4. Von einem Kropf (Struma) spricht man, wenn die Schilddrüse vergrößert ist. Ein Kropf ist das äußere Zeichen für eine Funktionsstörung der Schilddrüse. Er kann sowohl bei einer Unter- wie auch bei Überfunktion entstehen. Etwa ein Drittel der Bundesbürger weist eine vergrößerte Schilddrüse auf.

 

Wie wird eine Erkrankung der Schilddrüse diagnostiziert?

Der Arzt kann über eine Messung der Schilddrüsenhormone und durch bildgebende Untersuchungsverfahren die Schilddrüse untersuchen. Autoimmunprozesse können die Funktion der Schilddrüse in beide Richtungen beeinträchtigen. Eine Überfunktion wird als Morbus Basedow bezeichnet. Deutlich sichtbar ist hier das Hervorquellen der Augäpfel. Ferner ist man reizbar, hat einen hohen Puls, nimmt ab und man ist voller Unruhe. Meist werden Schilddrüsenerkrankungen medikamentös behandelt; in manchen Fällen muss die Schilddrüse operiert werden oder die Überfunktion des Schilddrüsengewebes wird durch radioaktives Jod im Krankenhaus behandelt.

 

Wie kommt es zur Unterfunktion der Schilddrüse?

Die Regulation der Schilddrüsenhormone erfolgt in einem Regelkreis. Die Konzentration von T3 wird laufend überwacht. Sinkt der Spiegel ab, so wird vom Gehirn die Produktion von T4 angeregt. Diese Produktion kann nur stattfinden, wenn genügend Jod über die Nahrung aufgenommen wird. In einem weiteren Schritt wird in den Zielzellen T4 mithilfe eines selenhaltigen Hormons in die aktive Form T3 umgewandelt. In Deutschland haben wir nun zwei Probleme: Neben einem Jodmangel gerade in Süddeutschland sind die europäischen Böden selenarm. Daher sind auch europäische Lebensmittel selenarm. Ohne Jod kann nicht genügend T4 gebildet werden und ohne Selen kann die Umwandlung in T3 nicht stattfinden. Und was ganz fatal ist: Selbst, wenn wir T4 in Form von L-Thyroxin-Tabletten zuführen, so kann bei Selenmangel kein T3 daraus gebildet werden. Was tun?

 

Natürliche Jod- und Selenlieferanten

Einem Jodmangel kann man durch jodiertes Speisesalz entgegenwirken. Außerdem enthält Hochseefisch viel Jod, ebenso Tang und Algen. Auch Gemüse und Eier sind wichtige Jodlieferanten. Selen kommt vor allem in Paranüssen vor, aber auch in Fisch, Fleisch und Eiern. Reicht dies nicht aus, so empfiehlt sich bei einer Schilddrüsenunterfunktion immer die kombinierte Zufuhr von Jod und Selen. In vielen Fällen kann damit die Dosis von L-Thyroxin deutlich gesenkt werden.

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